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Siegener Zeitung, 08.02.2010

Dale King übernahm mit der Mundharmonika den Part von Charles Bronson und spielte dem Publikum ein Lied vom Tod. Foto: ba
Dale King übernahm mit der Mundharmonika den Part von Charles Bronson und spielte dem Publikum ein Lied vom Tod. Foto: ba

Musikalisches Kopf-Kino

SIEGEN Die Gala der Filmmusik begeisterte im Apollo-Theater gleich zweimal

Eine Weltreise durch die endlose Weite der Soundtracks bot die Philharmonie Südwestfalen am Wochenende.

ba „Ohne Musik gibt es keinen Film“, behauptet der Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen, Russell N. Harris, selbstbewusst. Und recht hat er! Was wäre der Untergang der Titanic oder der dramatische Angriff des Weißen Hais ohne entsprechende musikalische Untermalung? Reichen doch oftmals schon einige wenige bekannte Takte, um das Kino in unserem Kopf zu starten.

So ließ auch die „Gala der Filmmusik“, die Freitag- und Samstagabend von der Philharmonie Südwestfalen präsentiert wurde (Wiederholungstermin: 15. Februar), einen ganz besonderen „Kinoabend“ erwarten – einen Abend ohne reale Leinwand, der dennoch eine Reise durch unterschiedlichste Zeiten und Filme versprach. Die Erwartungen waren hoch, und die zahlreichen Zuschauer im voll besetzten Apollo-Theater wurden absolut nicht enttäuscht.

Nach einem standesgemäßen Beginn der sinfonischen Reise mit der von Alexander Reuber arrangierten Universal-Pictures- Fanfare durchlebten die Zuhörer dramatische Szenen beim Angriff des „Weißen Hais“, schwangen sich mit der „Piratenbraut“ durch die Lüfte und versanken schließlich mit der „Titanic“ im Ozean. Auch wenn, wie Russell N. Harris bedauernd feststellte, Leonardo di Caprio nicht anwesend sein konnte, entschädigte die von James Horner komponierte und von der Philharmonie beeindruckend vorgetragene Musik durchaus.

Doch was wäre eine Reise durch die Filmgeschichte ohne einen Ausflug in den staubigen Westen Amerikas? Charles Bronson – als undurchsichtiger Fremder mit der Mundharmonika in Sergio Leones Italo-Western „Once Upon A Time In The West“ (Spiel mir das Lied vom Tod) – war und ist zwar Kult, aber die Philharmonie braucht ihn nicht, wie Russell N. Harris schmunzelnd verkündete. Denn sie hatte mit Dale King ihren eigenen Charles Bronson auf der Bühne, der die von Ennio Morricone komponierte Italo-Western-Hymne gefühlvoll seiner Mundharmonika entlockte und das Publikum nachhaltig begeisterte.

So vielfältig wie die Themen der Filme und Serien, so lang ist auch die Liste der Filmkomponisten. Einer durfte dabei natürlich nicht fehlen – Henry Mancini! Der bekannte US-Amerikaner komponierte für zahllose Filme unvergessliche Melodien. Gleichgültig, ob der rosarote Panther über die Leinwand schleicht, oder die kleinen Dickhäuter beim „Baby Elephant Walk“ in „Hatari!“ durch die Wüste zum Wasserloch stapfen – Mancini hat diese Film-Szenen durch seine Musik unvergesslich gemacht. Mit „A Tribute To Henry Mancini“ erinnerten die Musiker der Philharmonie an einen großartigen Komponisten und riefen einige seiner besten Stücke in Erinnerung. Es war unübersehbar, dass es ihnen Freude machte, ihr musikalisches Repertoire zu präsentieren, und diese Begeisterung übertrug sich auch auf das Publikum.

Entsprechend hartnäckig wurden zum Abschluss der Gala mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen zwei Zugaben eingefordert. So führte der musikalische Weg noch einmal zurück aufs Meer, und Jack Sparrow, der „Pirate Of The Caribbean“, wurde musikalisch auf unsere gedankliche Leinwand gezaubert. Ein gelungener Abschluss des Abends, bei dem für jeden musikalisch etwas dabei war und der definitiv bestätigt hat, dass es wirklich keinen Film ohne Musik geben sollte.

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